It pruefung importance it projects
posted on 10 Jan 2026 under category governance
| Datum | Sprache | Autor | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| 10.01.2026 | Deutsch | Prüfer, Claus (Chief-Prüfer) | IT-Prüfung: Warum systematische Prüfungen für IT-Projekte unverzichtbar sind |



In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der IT-Systeme das Rückgrat nahezu aller Geschäftsprozesse bilden, gewinnt die systematische IT-Prüfung (IT-Audit) immer mehr an Bedeutung. Dennoch wird sie in vielen Projekten vernachlässigt – mit oft gravierenden Folgen für Sicherheit, Qualität und wirtschaftlichen Erfolg.
Dieser Artikel beleuchtet, warum IT-Prüfungen nicht als lästige Pflicht, sondern als strategisches Instrument zur Qualitätssicherung verstanden werden sollten. Eine fundierte IT-Prüfung identifiziert Risiken frühzeitig, gewährleistet Compliance und schafft die Grundlage für nachhaltig erfolgreiche IT-Projekte.
Die beste Zeit für eine IT-Prüfung war gestern. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.
IT-Prüfung bezeichnet die systematische, unabhängige Untersuchung und Bewertung von IT-Systemen, -Prozessen und -Kontrollen. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen, die Einhaltung von Standards und die allgemeine Qualität der IT-Infrastruktur zu beurteilen.
* Informationssicherheit (ISO 27001, BSI IT-Grundschutz)
* Datenschutz (DSGVO-Konformität)
* IT-Governance und Compliance
* Systemarchitektur und -design
* Softwarequalität und Code-Reviews
* Infrastruktur und Netzwerksicherheit
* Backup- und Disaster-Recovery-Prozesse
* Zugriffskontrollen und Berechtigungsmanagement
| Begriff | Fokus |
|---|---|
| IT-Prüfung | Umfassende Bewertung aller IT-Aspekte |
| Penetration Test | Technische Sicherheitsprüfung durch simulierte Angriffe |
| Code Review | Prüfung der Softwarequalität auf Code-Ebene |
| Compliance Audit | Einhaltung spezifischer Regularien |
Eine vollständige IT-Prüfung integriert all diese Aspekte zu einem ganzheitlichen Bild.
Ohne systematische Prüfung bleiben Risiken oft unentdeckt, bis sie zu akuten Problemen eskalieren. Eine frühzeitige IT-Prüfung identifiziert:
Nach meiner Erfahrung werden über 70% aller kritischen Schwachstellen erst durch systematische Prüfungen entdeckt – nicht durch den Regelbetrieb.
IT-Prüfung geht weit über Sicherheit hinaus. Sie umfasst die Bewertung von:
Code-Qualität:
Systemdesign:
Prozessqualität:
Die Regulierungsdichte im IT-Bereich nimmt kontinuierlich zu. Relevante Vorschriften umfassen:
* DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
* IT-Sicherheitsgesetz 2.0
* KRITIS-Verordnung
* Branchenspezifische Regularien (BaFin, MaRisk)
* ISO 27001 / BSI IT-Grundschutz
* SOC 2 / SOC 3 Zertifizierungen
Eine regelmäßige IT-Prüfung stellt sicher, dass diese Anforderungen nicht nur einmalig erfüllt, sondern dauerhaft eingehalten werden.
Die Kosten einer IT-Prüfung erscheinen zunächst als Investition ohne direkten Gegenwert. Eine differenzierte Betrachtung zeigt jedoch:
Kosten ohne Prüfung:
Rendite einer IT-Prüfung:
Eine investierte Stunde in Prüfung spart zehn Stunden in Fehlerbehebung.
Bevor eine Prüfung beginnt, müssen Umfang und Ziele klar definiert werden:
* Welche Systeme werden geprüft?
* Welche Standards und Frameworks bilden die Prüfungsgrundlage?
* Welche Risikobereiche haben Priorität?
* Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
* Wer sind die relevanten Stakeholder?
Die Prüfer sammeln alle relevanten Informationen:
Die gesammelten Informationen werden systematisch ausgewertet:
Soll-Ist-Vergleich: Abgleich des Ist-Zustands mit definierten Standards
Risikobewertung: Klassifizierung der Findings nach:
Root-Cause-Analyse: Identifikation der Ursachen für Abweichungen
Der Prüfbericht dokumentiert:
1. Management Summary (für Entscheider)
2. Detaillierte Findings mit Risikobewertung
3. Nachweise und Belege
4. Handlungsempfehlungen mit Priorisierung
5. Maßnahmenplan mit Zeitrahmen
Eine IT-Prüfung ist kein einmaliges Ereignis. Der Follow-up-Prozess umfasst:
[ ] Zugangskontrollen und Authentifizierung geprüft
[ ] Verschlüsselung von Daten in Transit und at Rest verifiziert
[ ] Firewall-Regelwerke analysiert
[ ] Patch-Management-Prozesse bewertet
[ ] Incident-Response-Plan vorhanden und getestet
[ ] Security Awareness der Mitarbeiter evaluiert
[ ] Sichere Entwicklungspraktiken (SSDLC) implementiert
[ ] Code-Review-Prozess etabliert
[ ] Automatisierte Tests vorhanden (Unit, Integration, E2E)
[ ] Dependency Management und Vulnerability Scanning aktiv
[ ] CI/CD-Pipeline sicher konfiguriert
[ ] Secrets Management überprüft
[ ] Monitoring und Alerting implementiert
[ ] Backup-Strategie dokumentiert und getestet
[ ] Disaster-Recovery-Plan vorhanden und erprobt
[ ] Kapazitätsplanung durchgeführt
[ ] Dokumentation aktuell und vollständig
[ ] Änderungsmanagement-Prozess definiert
[ ] Verarbeitungsverzeichnis aktuell
[ ] Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt (falls erforderlich)
[ ] Einwilligungsmanagement implementiert
[ ] Löschkonzept vorhanden und technisch umgesetzt
[ ] Auftragsverarbeitungsverträge geschlossen
[ ] Technische und organisatorische Maßnahmen dokumentiert
Eine IT-Prüfung, die nur auf dem Papier stattfindet oder deren Ergebnisse ignoriert werden, ist wertlos. Erfolgreiche Prüfungen erfordern:
Viele Prüfungen konzentrieren sich ausschließlich auf technische Aspekte und vernachlässigen:
Wenn Entwickler ihren eigenen Code prüfen oder Administratoren ihre eigene Infrastruktur bewerten, fehlt die kritische Distanz. Externe oder zumindest teamfremde Prüfer erhöhen die Objektivität erheblich.
Eine einmalige Prüfung bietet nur eine Momentaufnahme. IT-Systeme entwickeln sich kontinuierlich weiter, ebenso wie Bedrohungen. Regelmäßige Prüfzyklen sind essenziell.
Die Integration von Prüfaktivitäten in DevOps-Pipelines ermöglicht kontinuierliche Qualitätssicherung:
Automatisierte Prüfungen:
Vorteile:
Die Migration in die Cloud bringt neue Prüfungsanforderungen:
* Shared Responsibility Model verstehen und prüfen
* Cloud-spezifische Konfigurationen (S3 Bucket Policies, IAM)
* Multi-Cloud-Governance
* Container- und Kubernetes-Sicherheit
* Serverless-Architekturen
Systeme mit KI-Komponenten erfordern erweiterte Prüfungsansätze:
IT-Prüfung ist keine bürokratische Hürde, sondern ein strategisches Werkzeug zur Qualitätssicherung und Risikosteuerung. In einer Zeit, in der IT-Systeme über den Erfolg von Unternehmen entscheiden, ist die systematische Prüfung dieser Systeme unverzichtbar.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Prävention ist günstiger als Reaktion: Früh erkannte Probleme kosten ein Bruchteil der späten Behebung.
Ganzheitlichkeit: Eine IT-Prüfung muss Technik, Prozesse und Menschen gleichermaßen berücksichtigen.
Kontinuität: Einmalige Prüfungen reichen nicht aus. Nur regelmäßige Assessments gewährleisten nachhaltige Sicherheit.
Unabhängigkeit: Externe Perspektiven erhöhen die Qualität der Prüfungsergebnisse.
Handlung: Eine Prüfung ohne Konsequenzen ist wertlos. Findings müssen adressiert werden.
Als „Der IT-Prüfer” liegt mir die Qualität von IT-Systemen besonders am Herzen. Die systematische IT-Prüfung ist das Fundament, auf dem erfolgreiche, sichere und compliant Projekte gebaut werden. Wer hier spart, spart am falschen Ende.
Prüfen ist nicht Misstrauen, sondern Professionalität.
Standards und Frameworks:
Rechtliche Grundlagen:
Zertifizierungen für IT-Prüfer:



Schlusswort: IT-Prüfung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine dauerhafte Verpflichtung zur Exzellenz. In einer Welt, in der Cyber-Bedrohungen exponentiell wachsen und regulatorische Anforderungen stetig zunehmen, ist die systematische Prüfung von IT-Systemen der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg. Investieren Sie in Qualität – prüfen Sie!